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Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems in Baden-Württemberg


Menschen werden nicht gerne in Schubladen sortiert. Genau das passiert aber in einem dreigliedrigen Schulsystem

Das dreigliedrige Schulsystem:

Unter dem Begriff "dreigliedriges Schulsystem" versteht man allgemein das System der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in der BRD. Die Schulformen der Hauptschule, Realschule und Gymnasium sind sozusagen eine Gesamtschule und sind darin integriert. Die Hauptschule soll nach dem dreigliedrigen Schulsystem nun ganz abgeschafft werden. Es soll dagegen eine Einheitsschule eingeführt werden.

Nach Ansicht von Hans-Werner Sinn, Präsident für Wirtschaftsforschung in München, soll das dreigliedrige Schulsystem mit schuld an der hohen Arbeitslosenquote sein. Nach UNICEF werden viele Kinder oft zu früh und in falsche Schulen geschickt.

Geschichtlicher Hintergrund:

In Mittel- und Westeuropa gab es im Mittelalter und in der Renaissance zwei Schultypen: Die Elementarschule und die Lateinschule. Die Elementarschule kam der heutigen Grundschule gleich, wo man lediglich Rechnen, Schreiben und Lesen lernte. Die Lateinschule bereitete die Schüler auf ein Studium oder den kirchlichen Werdegang vor. Der größte Teil der Bevölkerung war Analphabeten. Erst in der Aufklärungszeit wurde aus der Lateinschule ein Gymnasium. 1717 wurde in Preußen die Schulpflicht eingeführt.

Forderung der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems:

1000 Schulleiter fordern in Baden-Würtemberg das Ende des dreigliedrigen Schulsystems. Sie finden es pädagogisch nicht gleichwertig, wenn man die Schüler schon so früh einstuft. Kultusminister Rau wurde deswegen bereits mehrfach angegriffen. Viele Bürger finden das dreigliedrige Schulsystem erzkonservativ und inhuman, denn Hauptschüler haben nur eine geringe Chance, etwas im Berufsleben zu erreichen. Die schulische Integration würde demnach eine geringere Ausgrenzung der "schwächeren" Schüler zur Folge haben. Aggression und Schulerfolg hängen oft unmittelbar zusammen. Das Gewaltverhalten eines Schülers hängt also von seinen Noten in der Schule ab. Der Schüler wird sozusagen klassifiziert. Ungleichheit und Abweichung von Normen lassen den Schülern ziemlich rasch in dem heutigen Schulsystem degradieren. Mit dem neuen Schulsystem jedoch könnten solche Probleme behoben werden. Hinzu kommt die niedrigere Lebenserwartung von Kindern aus Arbeiterfamilien. Hätten diese Kinder eine Chancengleichheit, dann hätten sie dementsprechend eine höhere Lebenserwartung. Die wesentlichen Ungleichheiten im Bildungssystem sind Merkmale für die typische Klassengesellschaft.

Soziale Hintergünde:

Zu den sozialen Hintergründen zählen beispielsweise Ghettoviertel, Migrationshintergrund, der Familienhintergrund, sprachlicher Hintergrund und, ob die Mutter alleinerziehend ist. Auch der Erziehungsprozess eines Kindes hängt davon ab, ob es auf eine "höhere" Schule kommt. Ebenso das Sozialverhalten.